Die Autonome Schule Zürich braucht Hilfe

In der Autonomen Schule Zürich wird Bildung denjenigen gegeben, die sie sich nicht leisten können oder kein Anrecht darauf haben. Da der Unterrichtsort der Schule bald geräumt wird, steht sie jedoch möglicherweise vor dem Aus.

Die Autonome Schule Zürich (ASZ) versteht sich als Bildungseinrichtung, die allen Menschen eine Chance auf Bildung gibt, unabhängig davon, ob sie staatsrechtlich ein Anspruch darauf haben. Gerade in Zürich spricht dies eine breite Bevölkerungsschicht an, da es viele Asylbewerber gibt, ebenso wie Menschen, die illegal in der Schweiz leben. Damit sie eine Chance bekommen – eine Chance, Deutsch zu lernen, sich an der Gesellschaft zu beteiligen, der Abschiebung zu entkommen – bietet die Autonome Schule Zürich Kurse und Projekte in vielen verschiedenen Fächern wie Deutsch, Informatik und Kunst an. Vor allem die Deutschkurse bieten unglaublich vielen Asylbewerbern die Chance, Deutsch zu lernen, um überhaupt die Chance auf eine Aufenthaltsberechtigung zu haben.

Hintergründe zur ASZ

Die Autonome Schule Zürich ist dabei eine basisdemokratische Organisation, die sich aus freiwilligen Helfern aller Bevölkerungsteile zusammensetzt. In dem engagierten Team finden sich Migranten und Asylbewerber ebenso wie Einheimische. Das Projekt versteht sich jedoch nicht nur als Solidaritätsakt, sondern ebenso als Protestaktion gegen die schweizerische Migrationspolitik, durch die jedes Jahr unzählige Menschen menschenunwürdig behandelt werden. So soll die Schule offener Anlaufpunkt für alle Menschen sein, ohne einen Unterschied wegen ihrer Herkunft oder ihrer Geschichte zu machen. Ebenso ausgeglichen, modern und fair finden auch der Unterrichtsprozess statt: Anstatt den aus staatlichen Schulen bekannten Frontalunterricht zu praktizieren, wird hier ein lernendes Miteinander bevorzugt. Diese von Hierarchien freie Unterrichtsmethode versteht Lehrer und Schüler als gleichberechtigte Partner, die einen gemeinsamen Lernprozess in Gang setzen. Somit ist die Autonome Schule Zürich nicht nur Anlaufstelle für Hilfsbedürftige, sondern auch Vorzeigeprojekt eines alternativen Bildungsansatzes. Die Früchte dieser Arbeit werden in Projekten wie Theaterstücken, Konzerten oder öffentlichen Zeitungen gezeigt.

Die ASZ ist existenziell bedroht

Die Autonome Schule Zürich lebt ausschliesslich von dem Engagement ihrer Teilnehmer sowie unabhängigen Spenden, wodurch der finanzielle Rahmen sehr eng gesteckt ist. In der Vergangenheit hat die Schule viele verschiedene Gebäude und Baracken besetzt, um Räume für den Unterricht anbieten zu können. Teilweise wurden diese Aktionen durch eine breite Medienaufmerksamkeit begleitet und es hat sich eine breite Schicht Sympathisanten und Unterstützer für das Projekt gebildet. Nun steht die Schule jedoch vor einer grossen Herausforderung: Nachdem sie sich über drei Jahre in einer Baracke am Güterbahnhof befand, wird dieser Standort Ende März nun weichen müssen. Auf dem Gelände wird das neue Justiz- und Polizeizentrum errichtet. Somit sucht die Schule händeringend nach einem neuen Schulhaus, um die Unterrichtsaktivitäten fortführen zu können.

Um den Verhandlungspartnern aufzuzeigen, dass es die ASZ dringend braucht, werden zur Zeit mit einer Online-Petition Unterstützer gesucht. Zweifelsohne wäre der Verlust kaum auszugleichen, wenn viele hilfsbedürftige Menschen nun den vielleicht einzigen Hoffnungsschimmer in ihrem Leben verlieren würden. Somit kann jeder Einzelne etwas dafür tun, damit diese Schule, dieses Stück Gerechtigkeit und Nächstenliebe, erhalten bleibt.

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